18.09.2015

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Das neue Sprengel Museum Hannover wird eröffnet

Nicht kategorisiert

Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover
Stadt Hannover und Land Niedersachsen feiern Eröffnung des “neuen” Sprengel Museums Hannover

Darauf haben Stadt und Land sechs Jahre lang intensiv hingearbeitet: Freitag (18. September 2015) wird das ambitionierteste Bau- und Prestigeobjekt der vergangenen Jahre in Hannover offiziell eröffnet.

Kulturdezernentin Marlis Drevermann ist sich sicher: „Mit dem Erweiterungsbau und der weiteren Entwicklung des Museums ist in die kulturpolitische Zukunft der Stadt investiert worden. Wir werden von diesem ‚block buster‘ noch viel zu erwarten haben, in jedem Fall Wind unter die Kulturflügel Hannovers.“

Dr. Annette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur: „Mit der Erweiterung des Sprengel Museums Hannover wird die Entwicklung und Bedeutung des national wie international herausragenden Hauses weiter gestärkt. Davon profitieren die Landeshauptstadt Hannover ebenso wie das Land Niedersachsen als Kulturstandort. Deshalb hat das Land Niedersachsen gern dazu beigetragen, den Erweiterungsbau mit zu realisieren.“

Die Außenarbeiten am und rund um den Erweiterungsbau werden mit den Pflanzarbeiten im Spätherbst abgeschlossen sein. „Insgesamt“, so Kulturdezernentin Marlis Drevermann, „wird das Gesamtbudget von 35,77 Millionen Euro vor dem Hintergrund der aktuellen Kostenrechnungen und –prognosen zur Fertigstellung des Gebäudes ausreichen.“

Die Eröffnungsausstellung „Zehn Räume, drei Loggien und ein Saal“ ist bis zum 10. Januar 2016 zu sehen. Vom 31. Januar 2016 wird das „alte“ Sprengel Museum dann bis Ende Mai 2016 geschlossen. Geöffnet bleibt aber der Erweiterungsbau: Dort ist ab 30. Januar 2016 eine Ausstellung des Kurt-Schwitters-Preisträgers 2015, Pierre Huyghe, zu sehen. Danach ist die Eröffnung mit der Schau „130 Prozent Sprengel“, einer groß angelegten Präsentation der wertvollen Sammlungsbestände des Museums, im ganzen Haus auf knapp 8.000 Quadratmetern geplant. Dazu wird das gesamte Museum umorganisiert, vom Leitsystem über weitere Renovierungsarbeiten im Altbau bis hin zur Neuorganisation von mehr als 1.500 Werken.

Allgemeines

Mit der Erweiterung des Sprengel Museum Hannover nimmt eines der größten Kulturprojekte der vergangenen Jahre in Hannover Gestalt an. Der Kunstbestand des Hauses ist durch Ankäufe, vor allem durch Schenkungen und Dauerleihgaben, kontinuierlich angewachsen. Seine renommierten Sammlungsbestände der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts haben das Museum in aller Welt bekannt gemacht.

Fläche

Insgesamt gewinnt das Sprengel Museum Hannover rund 5.250 Quadratmeter hinzu, davon an Ausstellungsfläche rund 1.400 Quadratmeter. Im Vergleich dazu hat der Altbau etwa 11.800 Quadratmeter mit rund 5.250 Quadratmetern Ausstellungsfläche (ohne Museumspädagogik und Auditorium). Im Neubau ergänzen Funktionsräume, wie Werkstätten, Depots und speziell klimatisierte Lagermöglichkeiten für fotografische Arbeiten, die Kapazitäten des Hauses auf höchstem Niveau. Damit werden weitere bedeutende Schenkungen Realität. Die Erweiterung ermöglicht es, dauerhaft mehr Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die heute in Depots verwahrt werden müssen, und außerhalb des Museums verwahrte Objekte jederzeit verfügbar im Haus zu lagern. Nicht zuletzt bestärkt die Erweiterung langfristig die Entwicklung und Bedeutung des Museums und Hannovers als Kulturstandort.

Lage und Umgebung

Der Erweiterungsbau umfasst als Ergänzung des bestehenden Museums einen einfachen rechteckigen Körper. Von einem Sockelgeschoss getragen, vermittelt das vorragende Hauptgeschoss einen nahezu schwebenden Eindruck. Der gesamte neue Baukörper behauptet sich zur längsseitig verlaufenden Promenade als eigenständiges Gewicht. Die rückwärtige Südostseite des Gebäudes ist nach Fertigstellung von einer parkartigen Anlage umgeben, durch die ein Weg für Kunsttransporte zur Anlieferung verläuft.

Placement – vielseitiges Verbindungsstück mit prominenten Namen: Calder-Saal

Als Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen des Alt- und Erweiterungsbaus fungiert eine doppelgeschossige Halle mit einer großzügigen Rampen- und Treppenspirale. Der Raum wird nach dem Künstler Alexander Calder benannt werden. Eines seiner berühmten Mobiles wird in diesem Raum zu sehen sein. Dieses große Rondell ist nicht nur Durchgangs- und Eingangsbereich, sondern bildet einen Saal mit offener Raumstimmung, der für Veranstaltungen genutzt werden kann. An der Stirnseite unterstützt eine Wandbespannung aus farbigem Stoff die Akustik. Die Deckenhöhe bietet sich für die Installation raumgreifender Kunstwerke an.

Für viel Licht sorgt eine ganzseitige Glasfront. Sie lässt sich zum Hof hin öffnen, so dass der Calder-Saal auch zur Verteilung großformatiger Werke in alle Teile des Alt- und Neubaus dient. Die Rampen- und Treppenspirale ist zu diesem Zweck für Schwerlasten ausgelegt.

Ausstellungstrakt – Die ‚tanzenden‘ Räume

Die BesucherInnen des neuen Ausstellungstrakts erleben eine klare Raumflucht mit übersichtlicher Wegeführung. Unterschiedliche Raumformate und Deckenhöhen (4.80, 5.10 und 5.70 Meter) verleihen ebenso wie eine leicht versetzte Anlage der Räume im Grund-riss dem Rundgang einen Rhythmus: Die Räume scheinen zu ‚tanzen‘. Drei verglaste Loggien sind die Nahtstelle zwischen Innen und Außen und geben den Blick auf die Umgebung frei.

Oberlichter und Klimaanlage

Durch die Oberlichter werden diese Räume mit Tageslicht versorgt, das durch die Lichtdecke als diffuses Licht einfällt. Durch eine automatische Steuerung des oberhalb der Lichtdecke angeordneten Kunstlichts wird sichergestellt, dass immer ein gleichmäßiges Lichtniveau in den Räumen herrscht.

Eine Klimaanlage hält Temperatur und Luftfeuchte in einem stetig konstanten Niveau mit sehr geringen Schwankungsamplituden.

Fassade

Die ‚tanzenden‘ Räume umfasst eine ruhige und elegante Fassade aus Stahlbeton. Angelegt in Reliefbändern entlang der Gebäudelängsseiten entsteht sie als zweischalige kerngedämmte Konstruktion und knüpft an die rhythmische Raumanlage im Innern an.

Die Fassade wurde in sogenannten Betonierabschnitten von bis zu 18 Metern Länge und zirka 3,5 Metern Höhe hergestellt. Die Oberfläche weist reliefartige Vor- und Rücksprünge auf, bedingt durch die unterschiedlichen Wanddicken (25, 36 und 47 Zentimeter). Die gestalterisch angestrebte Erscheinung „eines Werkstücks“ wurde durch die Entwicklung einer Ortsbetonkonstruktion realisiert. Die Betonoberflächen sind teilweise und mit unterschiedlichen Techniken handwerklich nachbearbeitet.

Die Eigenlast der Fassade wird punktweise auf Gleitlagern in die Querwände der Ausstellungsräume abgetragen. Diese punktweisen Ankerkonstruktionen verfügen in den tangentialen Richtungen über entsprechende Freiheitsgrade. Sie werden in drei Höhenlagen (oben, Mitte, unten) angeordnet.

Finanzierung

Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Schweizer Architekturbüros Meili und Peter wird für 35,77 Millionen Euro realisiert. Die Finanzierung erfolgt aus 11,6 Millionen Euro EFRE-Mitteln und fünf Millionen Euro aus Landesmitteln. Die Landeshauptstadt kommt für 14,1 Millionen Euro auf; weitere fünf Millionen Euro sollen aus Spenden dazu kommen.

Chronologie

22.06.2009
Auslobung des Architektenwettbewerbs Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover

26.08.2009
Sitzung der Auswahlkommission, aus den 189 weltweiten Bewerbungen wurden – zusätzlich zu den 15 bereits gesetzten Büros – 50 TeilnehmerInnen ausgewählt.

22.12.2009
Abgabetermin: 56 Entwürfe nationaler und internationaler Architekturbüros werden eingereicht

26.02.2010
Der Entwurf für den Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover des Büros Meili und Peter Architekten AG, Zürich, wird einstimmig als Sieger gewählt – mit dem Hinweis, die Fassade des Entwurfs zu überarbeiten.

30.08.2011
Die Jury hat sich einstimmig für eine monolithische Sichtbetonfassade ausgesprochen.

16.02.2012
Mit Drucksache 0045/2012 N1 hat der Rat die Verwaltung mit dem Neubau des 3. Bauabschnitts des Sprengel Museum Hannover beauftragt.

27.11.2012
Erster Spatenstich von Ministerpräsident David McAllister und von Oberbürgermeister Stephan Weil für den Erweiterungsbau

21.03.2013
Das Budget wird mit einer Summe von 2,5 Millionen Euro auf dann insgesamt 31 Millionen Euro erhöht.

17.07.2014
Mit der Drucksache 1301/2014 wurde der Budgetrahmen um 4,77 Millionen Euro auf maximal 35,77 Millionen Euro erweitert.

01.07.2015
Der Erweiterungsbau Sprengel Museum Hannover wird an die Nutzer übergeben.

18.09.2015
Eröffnung des Erweiterungsbaus Sprengel Museum Hannover mit Ministerpräsident Stephan Weil und Oberbürgermeister Stefan Schostok sowie geladenen Gästen

19./20.09.2015
„Das neue Sprengel Museum für alle“

(Pressemitteilung LH Hannover, 18.09.2015)

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