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08.03.2014

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Sprengel Museum Hannover: Michael Raedecker. tour

Sprengel Museum Hannover: Michael Raedecker. tour
Ausstellung Termine

9. März – 15. Juni 2014
Michael Raedecker, der 1963 in Amsterdam geboren wurde und seit 1996 in London lebt, vertritt eine ebenso eigenwillige wie eigenständige Position in der aktuellen Malerei. Obgleich er grundsätzlich der Figuration verpflichtet ist und wiedererkennbare Motive ins Zentrum seiner Bilder stellt, bestimmen minimalistische Gestaltungsmittel, die der Farbfeldmalerei nahestehen, die Wirkung.

Raedecker ersetzt das konkrete Umfeld seiner Motive durch die Farbe. Seine Häuser, Kronleuchter, Pflanzen, Wäschestücke oder was auch immer er an Motiven verarbeitet, sind nie in einem realistischen Kontext angesiedelt, sondern bewegen sich allein im Reich der Malerei und der Bildgestaltung. Vielfach knüpft er dabei an die Tradition der alten Meister niederländischer Malerei an, und hier etwa an Werke von Jan van Eyck, Hans Memling oder – im Genre des Stilllebens – Pieter Claesz. Wenn Raedecker sich als holländischer Künstler mit der Ambivalenz von Wirklichkeit und Bildwirklichkeit auseinandersetzt oder die Metapher des Fensters aufgreift, werden diese Traditionen spürbar. Mit dem Fenster setzt der Künstler einen Rahmen, der als gesetzter Ausschnitt die Wirklichkeit zu einem zweidimensional wahrgenommenen Bild werden lässt. Grundsätzlich spielt das Innen und Außen in seinem Werk eine wichtige Rolle.

Das Motivrepertoire ist relativ gering: Dem Betrachter begegnen Architekturen, die sich in Ansichten von außen und Raumansichten von innen einteilen lassen, aber auch Pflanzen und einige Gegenstände, die zum Teil zu Stillleben arrangiert sind. Es gibt hoch aufragende Ziertorten und formal mit diesen verwandte Kronleuchter. Schließlich sind immer wieder Stoffe zu sehen, darunter Wäschestücke auf der Leine, Tisch- oder Bettdecke, die die textile Struktur der Werke besonders hervorheben.

Charakteristisch für Raedeckers Werke ist die Kombination von Farbe und Faden. Die Konturen seiner Bildmotive werden wie eine dreidimensionale Zeichnung mittels in die Leinwand gestickter, farbiger Wollfäden entwickelt. Das Sticken verlangsamt und vertieft den Malprozess, Material und reliefartiges Hervortreten der Fäden bringen eine Ebene ins Spiel, die nicht nur darstellt, sondern selbst dreidimensionale Wirklichkeit ist. Gleichzeitig leuchten die matt glänzenden Fäden geheimnisvoll aus der meist düsteren, ein wenig unheimlich wirkenden Grundfarbigkeit heraus und bringen etwas Mystisch-Spirituelles in die unscheinbaren Alltagsmotive.

Die Fäden leuchten gewissermaßen aus sich selbst heraus, sind nicht gemalte Oberfläche, sondern eigene Wirklichkeit, die auch im wahrsten Sinne des Wortes Schatten wirft. Diese Entfremdung vom gewöhnlichen Gegenstand findet auch auf kompositorischer Ebene durch Teilung, Splitterung und Entmaterialisierung der Motive statt, wenn Raedecker – vor allem in jüngeren Arbeiten – den Faden nicht nur zur Zeichnung seiner Motive einsetzt, sondern auch um fragmentierte Bildwirklichkeiten (Leinwände, die er zuvor zerschnitten hat) wieder miteinander zu verbinden. Hier zeichnet sich im Werklauf von Michael Raedecker ein Spannungsbogen ab: zwischen dem zum Eintauchen einladenden Bild und dem gestückelten, gebrochenen Bild, das seine zusammengesetzte Objekthaftigkeit ausstellt.

Das Verhältnis zwischen diesen beiden ergibt sich nicht nur aus Traditionslinien in der Malerei, sondern auch aus Fragestellungen anderer Künste, besonders der Musik und dem Film.

Das Filmische vermittelt sich weniger über die Sujets als vielmehr über Analogien an einen optischen Apparat: Das schließt Formen der Kameraeinstellung und Aspekte des Schnitts ebenso ein wie die Dramatik der Beleuchtung.

Michael Raedecker kam erst mit rund 30 Jahren zur Malerei, nachdem er bereits ein Modedesign-Studium an der Rietveld-Akademie abgelegt hatte. Er studiere Malerei an der Amsterdamer Rijksakademie (1993-94) und am Goldsmiths College in London (1996-97).

Diese bislang umfangreichste Ausstellung des Künstlers zeigt ca. 40, zum Teil großformatige Arbeiten aus allen Schaffensphasen.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiger Katalog (deutsch/englisch) mit Texten von Jörg Heiser, Astrid Ihle und Reinhard Spieler.

Eine Kooperation mit dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen.

Kurator der Ausstellung: Dr. Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover

(Pressemitteilung Sprengel Museum Hannover, Dr. Isabelle Schwarz, 08.03.2014)

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