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03.11.2010

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Juliane Bartel Medienpreis verliehen

Nicht kategorisiert

Ministerin Aygül Özkan: „Die Vielfalt der Frauen muss sichtbarer werden!”
HANNOVER. Niedersachsens Sozial- und Frauenministerin Aygül Özkan verleiht heute den Juliane Bartel Medienpreis. Der Preis, der seit nunmehr zehn Jahren jährlich verliehen wird, würdigt die kreative Auseinandersetzung mit einer differenzierten und geschlechtergerechten Darstellung von Frauen und ihren Lebenswelten in den Medien.
Er ist nach der Journalistin Juliane Bartel (1945 – 1998) benannt, die als gradlinige, kritische sowie humorvolle Person für einen fairen und glaubwürdigen Journalismus steht.

„Häufig werden immer noch Klischees weiblicher Lebenswelten produziert. Ob im Fernsehen oder im Internet: Als aufopfernde Mutter, als anmutiges Beiwerk eines Mannes oder als Einzelkämpferin in der Chefetage – Frauen sind oft entweder auf herkömmliche Rollenzuschreibungen festgelegt oder exotische Ausnahmeerscheinungen”, sagt Özkan. „Dieses gilt es zu verändern. Die Medien haben hier die Chance, geschlechterdifferenzierte Darstellungen gesamtgesellschaftlich zu befördern und damit die Geschlechtergerechtigkeit voranzubringen. Dies zu unterstützen ist Anliegen des Juliane Bartel Medienpreises.”

Der Preis ist mit 12.000,– Euro dotiert, ausgezeichnet werden Autorinnen und Autoren in der Kategorie: Fernsehfilm und Serie,

Information und Dokumentation sowie Hörfunk (Hörspiel, Reportage oder Feature). Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten zusätzlich eine Bronzeskulptur der Künstlerin Ulrike Enders.

Eine Besonderheit der Preisverleihung liegt darin, dass die Gewinner erst wenige Stunden vor der Preisverleihung feststehen. Bis dahin tagt seit dem Vorabend die Jury, die sich alljährlich aus verschiedenen prominenten Fachleuten zusammensetzt. Diesmal sind dabei:

  • Tayfun Bademsoy (Schauspieler)
  • Silke Baumgarten (Redaktion Brigitte)
  • Maria Gresz (Moderatorin SPIEGEL-TV)
  • Imre Grimm (Ressortleiter Medien, Hannoversche Allgemeine Zeitung)
  • Oliver Mommsen (Schauspieler)
  • Andreas Neumann (Leiter „Fernsehen Aktuell”, Radio Bremen)
  • Lisa Ortgies (Moderatorin frau-TV, Journalistin und Autorin)
  • Ulrich Schwinges (Autor und Medientrainer)
  • Carmen Thomas (Journalistin und Autorin, 1. Moderationsakademie für Medien u. Wirtschaft)

Ministerin Özkan überreichte den Juliane Bartel Medienpreis heute Abend in einer festlichen Abendveranstaltung im Funkhaus des NDR in Hannover. Hierbei dankte sie insbesondere dem Norddeutschen Rundfunk, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM) sowie dem Sparkassenverband Niedersachsen für die Unterstützung.

Daneben habe die Preisverleihung – auch zu ihrem

10-jährigen Jubiläum – nur mit Hilfe weiterer Kooperationspartner wie

  • der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros Niedersachsen,
  • dem Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.,
  • der Leibniz Universität Hannover – Gleichstellungsbüro und
  • der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte

erfolgreich durchgeführt werden können.

Die von der Jury prämierten Autorinnen bzw. Autoren und ihre Beiträge:

Kategorie Fernsehfilm und Serie:

„Schutzlos” von Kit Hopkins und Thilo Röscheisen, ZDF
Der Film handelt von Maria aus Honduras, die ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland lebt. Willkür und soziale Kälte prägen ihr Leben. Glaubhaft und anschaulich wird erzählt, wie sie in permanenter Angst vor der Entdeckung lebt. Sie arbeitet als Putzfrau fast rund um die Uhr, besonders belastet sie dabei die Situation ihrer Kinder, die nicht einmal eine Schule besuchen können und tagsüber unbeaufsichtigt allein zu Hause bleiben müssen.

Das Leben von Maria in dieser Schattenwelt ist kein Einzelfall – sie teilt ihr Schicksal mit tausenden Menschen, mitten unter uns und doch kaum sichtbar.

Kategorie Informationssendung und Dokumentation:

„Tabakmädchen” von Biljana Garvanlieva, 3Sat
Das 14-jährige türkische Mädchen Mümine lebt mit ihrer Familie in einem Gebirgsdorf in Makedonien. Jedes Jahr hilft sie bei der entbehrungsreichen Tabakernte. Schon bald soll sie als Braut verkauft werden, sie aber träumt davon, das Gymnasium in der Hauptstadt zu besuchen. Durch Beharrlichkeit und Stärke gelingt es der Hauptfigur letztendlich, aus ihrer archaischen, scheinbar hermetisch abgeriegelten Welt auszubrechen und ihren Traum, später einmal Lehrerin zu werden, näher zu kommen.

Ohne jegliche Kommentierung schafft es die Autorin, auf geradezu spektakuläre Weise, die Zuschauer durch eine emotional berührende Geschichte zu führen, angereichert mit faszinierenden Bildern und intime Einblicke in den Alltag der Beteiligten gewährend.

“Julia Franck” von Daniela Schmidt-Langels, RBB (ARTE), SF
Porträtiert wird die Schriftstellerin Julia Franck, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der jungen deutschen Literatur. Der Film zeigt nicht nur die Stationen ihres Lebens – quasi nebenbei wird auch die deutsch-deutsche Geschichte dargestellt und die damalige Lebenssituation in diesen beiden Welten für die Zuschauer/innen erfahrbar gemacht.

Eine Erzählung, die nicht zuletzt durch die Sprachgewaltigkeit Julia Francks selbst beeindruckt.

Kategorie Hörfunk:

„Noch zehn Sekunden – Die amerikanische Radiopionierin Elsa Knight Thompson” von Martina Groß, DLF
Das hervorragend produzierte Feature porträtiert die umstrittene amerikanische Radiopionierin Elsa Knight Thompson. Lange leitete sie in den 50er Jahren als einzige Frau die politische Redaktion des Senders KPFA in Berkeley und bot auf diese Weise mutig wie engagiert gesellschaftlichen Außenseitern ein Forum.

Der Autorin ist es eindrucksvoll gelungen, das ungewöhnliche Leben einer kämpferischen, weiblichen Persönlichkeit, die von ihren Wegbegleitern gleichermaßen geliebt wie gehasst wurde, nahe zu bringen und dabei zugleich auch ein Stück amerikanischer Kulturgeschichte abzubilden.

[PM Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, 3. November 2010]

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