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05.03.2009

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Kunstverein Celle sucht junge Künstlerinnen

Ausstellung Kreativ

Kunstverein Celle Ausschreibung des Kunstvereins Celle
Junge Kunst zum Ausstellungsprojekt: „LEBEN LIEBEN LEIDEN“ Frauenbilder junger Künstlerinnen.

Das Residenzmuseum im Celler Schloss plant das Ausstellungsprojekt „Mächtig verlockend – Frauen der Welfen“ vom 14.2.-15.8.2010. Der Fokus liegt auf Eléonore Desmier d’Olbreuse (1639-1722) und ihrer Tochter Sophie Dorothea (1666-1726) (Lebensläufe im Anhang beigefügt). Die Lebenswege dieser Frauen werden in Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz, Aspekte der Frauengeschichte und Rollenerwartungen adliger Frauen zur Zeit des Barock thematisiert und kritisch beleuchtet. Fragen an die historischen Personen werden bewusst aus der heutigen Perspektive gestellt und greifen somit aktuelle Aspekte auf. Wie war es um die Selbstbestimmung und Verwirklichung der (höfischen) Frau bestellt, was lässt sich über das Geschlechterverhältnis sagen und welchen Einfluss hatten Herkunft und Ebenbürtigkeit auf das ständische Leben und welche Möglichkeiten weiblicher Macht gab es in diesen patriarchalischen Strukturen? Zentraler Ort der Sonderausstellung ist das Celler Schloss. Um das Ausstellungsprojekt „Mächtig verlockend – Frauen der Welfen“ kulturell in der Stadt Celle an- und einzubinden, sollen weitere Institutionen aus dem Bereich Bildung und Kultur angesprochen werden. Angestrebt wird eine Beteiligung in Form von begleitenden Projekten, die ein inhaltliches Band zu den Themen der Ausstellung knüpfen und das Rahmenprogramm erweitern.

Leben Lieben Leiden - Frauenbilder junger Künstlerinnen

Ausstellungsprojekt

Der Kunstverein Celle sucht junge Künstlerinnen unter 35 Jahren, die sich ausgehend von den Lebenswegen Eléonore Desmier d’Olbreuses und/oder Sophie Dorotheas mit „Weiblichkeit“ beschäftigen. Ziel ist es, einen zeitgenössisch-künstlerischen Blick auf den historischen Sachverhalt zu werfen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte und Gegenwart des sozial konstruierten Geschlechts und die eigene künstlerische Position. Geschlechtsspezifische Identitäten und die eigene (Frauen-) Rolle sollen im Wandlungsprozess verstanden und umgesetzt werden.

Künstlerinnen können sich bis zum 15. Juli 2009 bewerben mit

  • fertig gestellten Werken
  • Arbeiten und Projekten, die gerade in Arbeit oder in Planung sind (Fertigstellung bis Ende April 2010)
  • Konzepten für eine Arbeit InSitu

Es ist möglich, sich mit mehreren Arbeiten und Konzepten zu bewerben. Medium und Material werden den Künstlerinnen überlassen.
Unser Projekt richtet sich aus konzeptionellen Gründen ausschließlich an junge Künstlerinnen. Diese sollten nicht älter als 35 Jahre sein. Wir richten uns an professionelle Künstlerinnen, ein abgeschlossenes Kunststudium ist allerdings keine zwingende Voraussetzung.

Zielsetzung, Ort und Planung

Das Projekt „LEBEN LIEBEN LEIDEN“ – Frauenbilder junger Künstlerinnen ist für Sommer 2010 geplant. Für die Ausstellung greifen wir auf das geräumige Kellergeschoss des Bomann Museums zurück. Arbeiten jeglicher Art und jeglichen Mediums (ausgenommen InSitu-Projekte) können hier präsentiert werden.

Zudem wird einhergehend mit der Vernissage ein ‚Eventwochenende’ für den Außenraum im Schlosspark des Celler Schlosses geplant. Die Arbeiten sollten daraufhin konzipiert werden oder eine nötige ‚Beständigkeit’ aufweisen (es sollte in jedem Falle ein individuelles Wetterkonzept mitberücksichtigt werden). Ein spielerischer Umgang mit dieser Ausgangssituation wäre auch denkbar. Wir können keine Haftung für mögliche Schäden übernehmen.

Anzumerken ist, dass wir uns generell für Arbeiten interessieren, die den Rezipienten aktiv mit einbeziehen und sich im vorgestellten, öffentlichen Raum ereignen.

Wir bitten um den eigenen Transport der Arbeiten.
Vor Ort stellen wir eine Unterkunft zur Vernissage zur Verfügung.
Nach Präsentationsabschluss sind wird darum bemüht, eine Dokumentation zu veröffentlichen.

Die Arbeiten InSitu sollen bereits konzeptionell bis zum Einsendeschluss vorbereitet werden und kurz vor Ausstellungseröffnung 2010 realisiert werden. Die Teilnehmerinnen bekommen einen Reisekostenzuschlag und für die Dauer ihres Aufenthalts eine Unterkunft gestellt.

Gegebenenfalls werden begrenzte Materialkosten übernommen.

Bei Anfragen an den Raum und das Gelände des Celler Schlossparks senden wir auf Anfrage gerne Fotos und Informationsmaterial via Email zu.

Bis zum 15. Juli 2009 sind Bewerbungen per Postweg möglich oder über das Internet

Kunstverein Celle e.V.
Alexandra Socher
Ondermarkstraße 26
29221 D-Celle
Email

Nähere Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie auf www.kunstverein-celle.de
Das Bewerbungsformular kann auch gerne per Email angefragt werden!

Eléonore Desmier d’Olbreuse (1639-1722)

Welfenherzogin und Großmutter Europas
Aus dem französischen Landadel stammend, kam die Hugenottin Eléonore 1661 an den Pariser Hof, doch wie viele ihrer Landsleute musste sie Frankreich ihres reformierten Glaubens wegen verlassen. Am Kasseler Hof lernte sie Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg kennen; beide verliebten sich ineinander. Seit 1665 lebten sie in einer morganatischen Ehe (ein ‚Hausvertrag’, der keine Auswirkung auf die Erbfolge haben würde). Diese Eheschließung bewirkte, dass Eléonore wie eine Frau behandelt wurde, die Rang und Ehre verloren hat. Georg Wilhelm erwirkte 1674 vom Kaiser Eléonores Erhebung in den Grafenstand, so dass 1675 ihre offizielle Vermählung stattfinden konnte. Bereits 1684, früher als andere deutsche Landesfürsten, erließ Herzog Georg Wilhelm ein Edikt zur Aufnahme der Hugenotten, ein Zeichen religiöser Toleranz. Zugleich hatte ihre Ansiedlung auf Wirtschaft und Kultur der Residenzstadt bedeutenden Einfluss. Eléonores direkten Nachfahren sitzen noch heute auf europäischen Königsthronen. Die Ehe der rangunterschiedlichen Partner war eine der seltenen fürstlichen Liebesheiraten jener Zeit. Eléonores Aufstieg zur Herzogin zeigt eine gebildete und selbstbewusste Adlige; gemeinsam mit ihrem Gemahl schlug sie einen eher außergewöhnlichen Lebensweg innerhalb des höfischen Systems ein, der stärker von dem Wunsch nach persönlicher Erfüllung als dem nach machtpolitischer Positionierung geprägt war. So richtete sie in Celle das Schloss im französischen Stil her, bewirkte das Entstehen des französischen Parks und ließ Häuser im Stil der französischen Architektur errichten.

Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg (1666-1726)

Die „ungekrönte Königin“
Sophie Dorothea war die Tochter des letzten in Celle residierenden Herzogs Georg Wilhelm und seiner Gemahlin Eléonore d’Olbreuse. Die Bürger von Celle liebten die ‚kleine Prinzessin’ und sie stand als Kind im Wesentlichen in der Obhut der Mutter. Ihre Erziehung vollzog sich ausschließlich in der französischen Sprache, so dass sie kaum Deutsch sprach. Da sie im Besitz vieler kleiner Güter und eines großen Privatvermögens war, wurde die begehrte ‚Heiratskandidatin’ mit ihrem Cousin Georg Ludwig von Hannover am 22.11.1682 (zwangs-)verheiratet. Nach der Geburt eines Sohnes und einer Tochter, begann Georg Ludwig von Hannover sie zu hintergehen. Die Ehe scheiterte, jedoch lernte sie den schwedischen Offizier Philipp Christoph von Königsmarck kennen, mit dem sie nach einigem Abwarten ein leidenschaftliches Verhältnis begann. Ihrem Ehemann hingegen verwehrte sie den Beischlaf, als sie erfuhr, dass seine Geliebte eine Tochter von ihm erwartete. Georg Ludwig war daraufhin so wütend, dass er sie beinahe erdrosselte. So plante Eléonore im Juli 1694 die Flucht mit Graf Königsmarck, doch wurde Königsmarck, wohl auf Anweisung des hannoverschen Herrscherhauses, ermordet. Die 1695 schuldig geschiedene Sophie Dorothea ‚verbannte’ man zeitlebens auf das Wasserschloss Ahlden. Die Bedingungen in Ahlden sahen wie folgt aus: Sie durfte nie wieder heiraten, nie wieder ihre Kinder sehen, keine Besucher empfangen (nur ihre Mutter erhielt nach 4 Jahren Besuchserlaubnis), keine Kontakte pflegen, lebte mit zensierter Post und durfte den Ort nicht verlassen.

Georg Ludwig hingegen wurde 1714 als Georg I. zum König von Großbritannien und Irland gekrönt.

Ihre beiden Kinder bestiegen europäische Königsthrone: Ihr Sohn wurde als Georg II. Kurfürst von Hannover und König von Großbritannien. Ihre Tochter Sophie Dorothea heiratete Friedrich Wilhelm I., den „Soldatenkönig“ und wurde Mutter Friedrichs II. des Großen. Sophie Dorothea blieb die „ungekrönte Königin“. Ihr Schicksal steht stellvertretend für die häufig unglücklichen ehelichen Verbindungen fürstlicher Frauen, deren Ehen aus machtpolitischem Kalkül geschlossen wurden. Es erregte damals europaweites Aufsehen.

Literatur

  • Exposé zum Ausstellungsprojekt „Mächtig verlockend – Frauen der Welfen“ des Residenzmuseums im Celler Schloss
  • Elisabeth E. Kwan, Anna E. Röhrig: Frauen vom Hof der Welfen. 20 Biografien

[PM Kunstverein Celle, 5. März 2009, Alexandra Socher]

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