Von drauß’ vom Walde …
Ein Streifzug durch die Geschichte des Weihnachtsbaumes in Hannover
30.11.2008 bis 4.1.2009
Der lichtergeschmückte Baum ist heute ein weltweit bekanntes Symbol des Weihnachtsfestes. Weit verbreitet ist die Ansicht, man hätte es dabei mit einem uralten Brauch zu tun. Dabei beginnt die Geschichte des Weihnachtsbaumes erst im späten 16. Jahrhundert in den Häusern der Handwerkszünfte. Die Weihnachtsschau des Historischen Museums lässt die Entwicklung des Weihnachtsbaumes an verschiedenen Stationen der Dauerausstellung lebendig werden.
Etwa ab Mitte des 18. Jh. fand der Christbaum auch bei wohlhabenden bürgerlichen Familien in Hannover Eingang in das Weihnachtsbrauchtum. Im Laufe des 19. Jh. begann sich der Baumschmuck zu wandeln: Gläserner Baumschmuck kam v. a. aus Thüringen, Zinnanhänger aus Nürnberg. Von einer überregionalen und weite Schichten umfassenden Verbreitung des Weihnachtsbaumes kann man aber erst nach 1870 sprechen. Großes Vorbild dafür war die Weihnachtsfeier des preußischen Königs Wilhelm (der spätere Kaiser Wilhelm I.) mit Familie und Generälen im besetzten Schloss Versailles im deutsch-französischen Krieg. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Tannenbaum überall in Deutschland fester Bestandteil des Weihnachtsfestes geworden. Zu diesem Zeitpunkt existierten verschiedene Formen des Christbaumschmucks nebeneinander: Bunter Baumschmuck, silber-weißer Stilbaum oder „einfacher“ grüner Weihnachtsbaum mit Äpfeln, Nüssen, Gebäck. Auch die sozialen und politischen Krisen durch Weltkriege und Wirtschaftskrisen konnten den Brauch nicht mehr zurückdrängen. Ebenso wenig wie es gelang den Nationalsozialisten, das christliche Weihnachtsfest durch eine germanisch-heidnischen Julfeier zu ersetzen. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kamen nochmals neue Formen auf: Neben die traditionellen Stile traten jetzt jährlich wechselnde Moden, beispielsweise der Farben oder der Materialien. Eine verbindliche Vorgabe, wie ein Christbaum auszusehen hat, gibt es nicht mehr. Allerdings werden in vielen Familien eigene Traditionen des Schmückens über die Jahre hinweg beibehalten.
Die in die Dauerausstellung integrierte Sonderschau stellt an Christbaum-Beispielen, Gemälden, Graphiken und Fotografien die wechselvolle Geschichte des Weihnachtsbaums dar. Im Vordergrund stehen Beispiele mit Bezug zur hannoverschen Geschichte.
[PM Historisches Museum am Hohen Ufer, 25.11.2008]










