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19.09.2008

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Hölty-Preis für Lyrik 2008 an Thomas Rosenlöcher übergeben

Buch

Thomas Rosenlöcher hat Donnerstag Abend (18. September 2008) in Hannover den Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und Sparkasse Hannover 2008 erhalten. Oberbürgermeister Stephan Weil und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover, Dr. Heinrich Jagau, übergaben die Auszeichnung an den Dichter für sein lyrisches Gesamtwerk. Der mit 20.000 Euro dotierte Hölty-Preis für Lyrik wurde erstmalig vergeben.

Mit dem von der Sparkasse Hannover finanzierten Preis soll der mit Stadt und Region Hannover verbundene Lyriker Ludwig Christoph Heinrich Hölty und seine Bedeutung für die deutschsprachige Lyrik gewürdigt werden.

Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt:
“Der Hölty-Preis für Lyrik der Stadt Hannover wird 2008 dem Dichter Thomas Rosenlöcher für sein lyrisches Gesamtwerk zugesprochen.
Am Prozess der Formzertrümmerung in der literarischen Moderne nimmt der sächsische Elbtalromantiker Thomas Rosenlöcher nicht teil. Von seinem ersten Gedichtband “Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz” (1983) an bis zum meisterlichen Buch “Das Flockenkarussell” (2007) bewahrt er die Tradition und transformiert sie in ein eigenes poetisches Idiom, das aus den Quellen der historischen Romantik die entscheidenden Impulse bezieht.

1947 in Dresden geboren, versuchte sich Rosenlöcher nach dem Abitur und dem Studium der Betriebswirtschaft als Arbeitsökonom im Holzhandel, bevor er die Literatur für sich entdeckte und ein Studium am Literaturinstitut in Leipzig aufnahm. Nach seiner Zeit als Assistent beim Kindertheater in Dresden veröffentlichte er 1983 sein poetisches Debüt “Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz”. In der DDR wurde dieses Debüt wohlwollend aufgenommen – obwohl es bereits in diesem Buch von Fluchtphantasien wimmelte und der Dichter in subtiler Antizipation eine Weltenwende voraussah.

Die Sehnsucht nach einer unversehrten, erhabenen Natur wird in Rosenlöchers Elegien und Idyllen emphatisch aufgerufen wie auch ironisch konterkariert. Die alten Versmaße, die Distichen, Alexandriner oder Blankverse beherrscht Rosenlöcher virtuos; er überführt sie in eine lyrische Kunst lässiger Unvollkommenheit. In burlesker Manier, in schelmischen, gelegentlich auch kalauernden Tonarten besingt er augenzwinkernd kleine und kleinste Dinge. Dabei begibt er sich sehr oft in den Schutzbereich unterschiedlichster Engel. Diese lyrische Engels-Kunde neigt wie die Naturidyllik des Dichters zur schlitzohrigen Subversion der alten Welt- und Himmels-Ordnungen.”

[PM LH Hannover, 19.09.2008]

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