11.09.2008

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Chagall-Ausstellung: Bilder zur Bibel

Ausstellung Termine

Vom 27.9.-12.10.2008 täglich von 16.00 – 20.00 Uhr in der St. Thomas-Kirche
Eröffnung mit Landessuperintendentin i.R. Frau Holze-Stäblein

“Ich las die Bibel nicht, ich träumte sie” hat der große jüdische Maler Marc Chagall einmal gesagt. 43 solcher “Traumbilder” zur Bibel zeigt die Ausstellung “Marc Chagall: Bilder zur Bibel”, die vom 27.9.-12.10.2008 in der St. Thomas-Kirche, Wallensteinstr. 32, in Hannover ausgestellt wird.

Viele längst bekannt und vertraut geglaubte Geschichten erscheinen in einem anderen Licht, ganz neue Aspekte treten beim Betrachten der Chagallbilder in den Vordergrund. Die Ausstellung umfasst 43 Originallithographien und zeigt den kompletten Zyklus “La Bible” (1956), der Motive der Erzväter, Könige und Propheten thematisiert und die vollständige Reihe ‘Dessins pour la
Bible’(1960), die Frauen des Alten Testamentes vorstelt und die Schöpfungsgeschichte ins Bild setzt.

Zur Ausstellung gibt es ein umfassendes Rahmenprogramm
:

  • Eröffnung am Freitag, 26. September, um 18.00 Uhr mit einer Einführung von Oda-Gebbine Holze-Stäblein, Landessuperintendentin i.R., und dem Musikensemble “Cappella St. Crucis”.
  • “Jüdischer Glaube heute gelebt” – Vortrag von Dr. Eva-Johanna Schauer, Religionswissenschaftlerin, am Dienstag, 30. September, um 19.00 Uhr.
  • “Jüdische Musik: gestern – heute – morgen” am Freitag, 3. Oktober, um 20.00 Uhr mit dem Ensemble Mizwa. Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
  • Erntedank mit Chagall – Festgottesdienst mit Abendmahl am Sonntag, 5. Oktober, um 10.00 Uhr.
  • “Spurensuche: Die Weltreligionen auf dem Weg – das Judentum”. Filmabend am Montag, 6. Oktober, um 20.00 Uhr. Regie: Hans Küng (Dauer: 60 Minuten).
  • “Alles auf Zucker!” Eine Filmkomödie von Dani Levy mit Henry Hübchen und Hannelore Elsner am Donnerstag, 9. Oktober, um 19.00 Uhr.
  • “Luamar – … und der Mond tanzt Samba”. Brasilianische Musik trifft Chagall. Eine Nacht voller Magie und Leidenschaft am Freitag, 10. Oktober, um 20.00 Uhr. Mit Katharina Ahlrichs und Silvio Schneider. Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.
  • Gottesdienst zu dem Chagall-Bild Hiob am Sonntag, 12. Oktober, um 10.00 Uhr. Mit Finissage.

Täglich von 18.00 – 18.15 Uhr eine Bildbetrachtung. Montag, Mittwoch und Freitag von Konfirmanden.

Auf Anfrage bieten wir auch gerne zu anderen Zeiten Führungen für Gruppen an. Die Ausstellung ist auch für Kinder und Schulklassen geeignet. Bitte setzen Sie sich mit Pastor Bernd Prigge in Verbindung.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Ausstellung Chagall, Bilder zur Bibel

43 Farblithographien

„Ich las die Bibel nicht, ich träumte sie“ hat der große jüdische Maler Marc Chagall einmal gesagt. 43 solcher „Traumbilder“ zur Bibel zeigt diese Ausstellung „Marc Chagall, Bilder zur Bibel“. Viele längst bekannt und vertraut geglaubte Geschichten erscheinen in einem anderen Licht, ganz neue Aspekte treten beim Betrachten der Chagallbilder in den Vordergrund.

Inhalt der Ausstellung

Die Ausstellung umfasst 43 Originallithographien und zeigt den kompletten Zyklus „La Bible“ (1956), der Motive der Erzväter, Könige und Propheten thematisiert und die vollständige Reihe ‘Dessins pour la Bible’(1960), die Frauen des Alten Testamentes vorstellt und die Schöpfungsgeschichte ins Bild setzt. Der Beitrag der Frauen zur biblischen Geschichte interessierte Chagall besonders.

Chagall über seine Beziehung zur Bibel

“Seit meiner frühesten Jugend schon hat mich die Bibel in ihren Bann ge-zogen … In Zeiten des Zweifels haben ihre Größe und dichterische Weisheit mich getröstet … Die Bibel schien mir und scheint mir heute noch die reichste poetische Quelle aller Zeiten zu sein. Die Bibel ist wie ein Echo der Natur, und ich habe danach gestrebt, dieses Geheimnis weiterzugeben.”

Chagalls Bildgestaltung

Wer kennt sie nicht, die Geige spielenden Esel, die schwebenden Liebespaare und fliegenden Uhren, die üppigen Blumensträuße des großen jüdischen Malers Mare Chagall. Wer nicht schon vom ekstatischen Farbenrausch Chagallscher Bilder in den Bann gezogen?

Chagall möchte in seinen Werken nicht die Realität abbilden, sondern einen “Seelenzustand” wiedergeben. Er erklärt: „In meiner Kunst füge ich den Regeln des Impressionismus und des Kubismus die Dimension des Psychischen hinzu.” Dieses Selbstverständnis Chagalls lässt uns seine oft eigenartig anmutende Bildkomposition verstehen: Wie in Traumbildern verbindet er kaleidoskopartig verschiedene Bildelemente, die zwar aus der Wirklichkeit bekannt sind, die aber in ihrer neuen Anordnung nicht mehr der Realität entsprechen, über die wir Bescheid wissen und verfügen.

Schlaglichter auf die Vita Chagalls

Chagall (*7.7.1887 in Witebsk. und am 28.3.1985 gest. in St. Paul de Vence) wuchs als ältestes von neun Kindern einer jüdischen Familie in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater war Arbeiter in einer Heringsfabrik, die Mutter besserte das Auskommen durch einen kleinen Kramladen auf.

Juden waren im zaristischen Russland nur geduldet, ihr Leben war von großer Armut geprägt. Die meisten Juden im Osten gehörten der Glaubensbewegung des Chassidismus an. Der Chassidismus zielte darauf ab, die Religion vom Gefühl her lebendig zu gestalten. Die Chassidim gingen davon aus, dass gerade unter kärglichen Lebensbedingungen das Glück der Gottesbegegnung wartet. Charakteristisch für sie war die Freude an Gottes Wort. Dieser Freude wurde in fröhlichen Gesängen und ekstatischen Tänzen in der Synagoge Ausdruck verliehen. Die Heimatstadt Witebsk und der chassidische Glaube waren der Nährboden für Chagalls Kunst. Hier haben der tänzerische Überschwang und die ekstatische Farbgebung seiner Bilder ihre Wurzeln.

Bereits 1910 verließ Chagall Russland, um die Werke der westlichen Avantgarde in Paris zu studieren. Die Arbeiten Cezannes, Gaugins und Van Goghs beeindruckten ihn sehr und beeinflussten auch sein künstlerischen Schaffen. Dennoch blieb Chagall künstlerisch ein Einzelgänger, der sich keiner Stilrichtung zuordnen lässt.

Schon 1912 nahm Chagall am Pariser Herbstsalon teil und hatte 1914 (mit 27 Jahren!) bereits seine erste Einzelausstellung in Berlin, die ihn in ganz Europa bekannt machte.

1941 wurde Chagall gezwungen in die USA zu emigrieren. Aus der Ferne musste er miterleben, wie nahezu das gesamte Ostjudentum unterging, wie Freunde und Verwandte unter schrecklichen Qualen vernichtet wurden und dass seine Heimat zerstört wurde. Interessant ist, dass Chagall sich in dieser Zeit besonders stark der biblischen Thematik zuwandte: Viele Bilder mit dem Motiv des Gekreuzigten entstanden, Bilder, die das Leiden des jüdischen Volkes zum Thema haben.

1947 kehrte Chagall nach Frankreich zurück mit der Vision, Bibel zu malen, weil er davon überzeugt war, dass so viel Grausamkeit nur Menschen begehen konnten, die die Bibel nicht kannten. Chagall setzte sich zum Ziel, Menschen unserer Zeit, denen es schwer fällt Bibel zu lesen, weil sie eher einen Zugang über das Visuelle haben, Hilfen zu geben, die Bibel vom Bild her zu entdecken. Das biblische Thema, dem er sich 1930 zum ersten Mal zugewandt hatte, sollte von nun für mehrere Jahre an einen breiten Raum in seinem Schaffen einnehmen. Er schuf großformatige Ölgemälde, Radierungen und Lithographien biblischer Thematik, außerdem eine ganze Reihe von Glasfenstern. Chagall stiftete seine biblischen Bilder dem französischen Staat, der dafür eigens ein Museum (‘Message Biblique’, Nizza) errichtete. Mit weit über 80 Jahren gestaltete Marc Chagall Glasfenster für die Kirche St. Stefan, Mainz und schuf damit ein großartiges Zeichen der Versöhnung zwischen dem jüdischen und dem deutschen Volk.

Die Technik der Lithographie

Die Lithographie ist eine graphische Technik, bei der der Künstler mit fetthaltiger Farbe (Tusche, Kreide, Stift) einen Stein bemalt, der anschließend präpariert wird, so dass nur die bemalten Flächen Druckerfarbe annehmen, die unbemalten sie jedoch abstoßen. Diese Technik wandte Chagall bevorzugt an, weil es ihm eine Vielzahl von Möglichkeiten bot: je nach verwendetem Werkzeug konnte er zeichnerische oder malerische Effekte erzielen, konnten seine Lithographien wie zarte Aquarelle, kräftige Ölbilder oder Federzeichnungen wirken. Kein technischer Zwang hinderte die Ausführung der Idee. Chagall schuf über 1000 Lithographien und widmete sich selbst an seinem Todestag noch dieser Technik. (Die Ausstellung enthält auch eine Reproduktion der Lithographie, die Chagall an seinem Todestag, dem 28.3.1985 geschaffen hat. Schautafeln geben Einblick in das Leben Chagalls und erläutern die Technik der Lithographie.

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