Costa da Morte
Ausstellung im KUBUS zeigt Werke, die an der Küste des Todes entstanden sind
Das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover zeigt vom 13. Januar bis zum 10. Februar 2008 Arbeiten des Malers Detlef Kappeler aus seiner neuen Schaffensperiode in der Städtischen Galerie Kubus. Die Ausstellung trägt den Titel “Costa da Morte” und nimmt damit Bezug zum Entstehungsort der gezeigten Werke, der “Küste des Todes” an der Atlantikküste im nordspanischen Galizien. Dort hat Kappeler vor zwei Jahren seinen wichtigsten Arbeitssitz neben Butjadingen an der Nordsee gewählt, nachdem zuvor bereits mehrere Jahre ein Atelier in Barcelona Schwerpunkt seiner Tätigkeit war.
Mit der Ausstellung im KUBUS tritt der 69-Jährige wieder in der Stadt seiner längsten zusammenhängenden Wirkenszeit auf: Kappeler lehrte bis zu seiner Emeritierung 2003 knapp 30 Jahre als Professor für Malerei und Grafik in der Architektur-Abteilung der Universität Hannover. Leitgedanke seiner Lehrtätigkeit war, seinen StudentInnen eine hohe Qualität und Sensibilität von Linie, Farbe und Konzeption in der künstlerischen Kategorie der Architektur zu vermitteln.
Beherrschende und bewegende Motivik seiner Arbeit sind die Bedingungen des menschlichen Seins im weitesten Sinn, denen er in seinen Bildern, vereinzelt auch plastischen Objekten, künstlerisch Ausdruck gibt. Er handelte diese Thematik am Einzelfall und -schicksal bedeutender Persönlichkeiten wie Carl von Ossietzky und Theodor Lessing ab, wandte sich inzwischen aber mehr und mehr dem Spannungsverhältnis zwischen der Existenz des Menschen und der Kreatur im allgemeinen auf der einen Seite sowie der Natur mit ihren gewaltsamen, auch katastrophalen Erscheinungsformen auf der anderen zu. Der zurückliegende Wechsel von seiner universitären Lehrtätigkeit in den erweiterten Freiraum persönlicher Ungebundenheit bewirkte in seiner künstlerischen Entwicklung Kappelers einen starken Schub. Durch weitere Abstraktion und Reduktion sowie den Wandel zu lichteren Wirkungen seiner Struktur- und Farbkompositionen haben seine Darstellungen eine gesteigerte Qualität erhalten.
Prägenden Einfluss auf die neue Schaffensperiode Kappelers hatte seine Entscheidung vor nunmehr rund einem Jahrzehnt für den Arbeitsschwerpunkt Spanien. Der in Barcelona und vor allem zuletzt in Muxia an der galizischen “Küste des Todes” entstandene jüngste Teil seines Oeuvres, den die Ausstellung im KUBUS in repräsentativen Werken auf Leinwand und Papier zeigt, geht auf eine elementar neue Erfahrungsdimension Kappelers in der Wahrnehmung jener faszinierenden Küstenlandschaft und dem Zusammenleben mit ihren Menschen zurück.
[PM LH Hannover, 28.12.2007]








