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25.09.2007

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Hannover gibt Gemälde an Erben zurück

Nicht kategorisiert

Landeshauptstadt gibt Lovis Corinths Gemälde „Römische Campagna“ (1914) an Erben zurück
Stadtrat Harald Böhlmann hat Montag (24. September 2007) im Namen der Landeshauptstadt Hannover das Gemälde “Römische Campagna” von Lovis Corinth aus dem Jahre 1914 an die Erben des ehemaligen jüdisch-deutschen Eigentümers, Curt Glaser, zurückgegeben. Von der Erbengemeinschaft waren Constance Sattler, in den USA lebenden Nichte von Curt Glaser und ihre Tochter Valerie Sattler anwesend, ebenso die Anwälte David Rowland, New York und Peter Schink, Berlin.

Glaser hatte das Werk 1933, nach der Machtübernahme der Nazis, veräußert, um aus Deutschland fliehen zu können. Die Stadt erwarb das Bild 1949 ohne Wissen um diesen Hintergrund; es befindet sich seit langem als Dauerleihgabe in der Landesgalerie des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover. Das Werk hat einen Versicherungswert von zirka 440.000 Euro.

Der Rat der Stadt hat die Rückgabe an die Erben am 15. Februar 2007 beschlossen. Dem waren umfangreiche Recherchen und juristische Prüfungen vorausgegangen mit dem Ergebnis, dass das Gemälde als “NS-verfolgungs-bedingt entzogenes Kulturgut” im Sinne der “Washingtoner Erklärung” aus dem Jahre 1999 anzusehen und zurück zu geben ist.

Curt Glaser, geb. 1879 in Leipzig, verstorben 1943 in Lake Placid (New York, USA), war bis 1933 Direktor der staatlichen Kunstbibliothek in Berlin. Als Kunstkritiker und Kunstsammler gehörte er zu den bedeutenden Persönlichkeiten des Berliner Kulturlebens. Aufgrund seines jüdischen Glaubens wurde er 1933 nach Inkrafttreten des “Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums” zunächst in den Ruhestand versetzt und am 27. September aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Gleichzeitig zwang man ihn seine Dienstwohnung im Dachgeschoss der Kunstgewerbeschule zu räumen. Kurze Zeit später zog dort die Gestapo-Zentrale ein. Glaser floh aus Deutschland und verkaufte einen Großteil seines Eigentums, insbesondere seiner Kunstsammlung, um seine Emigration zu finanzieren. Am 9. Mai 1933 ließ er über die “Internationale Kunst- und Auktionshaus GmbH” unter anderem das Gemälde “Römische Campagna” (1914) von Lovis Corinth versteigern. Mit seiner Ehefrau verließ er Deutschland Ende 1933 und kam über die Schweiz, Frankreich und Italien schließlich in die USA, wo er 1943 starb.
Der weitere Weg des Corinth-Gemäldes nach der Versteigerung ist nicht bekannt und – trotz intensiver Recherchen – auch nicht mehr zu ermitteln.

Die Stadt Hannover erwarb das Bild aufgrund eines Rechtsgeschäftes am 9. Dezember 1949 von einem Berliner Sammler und seiner Frau (beide inzwischen verstorben). Sie ist seitdem Eigentümerin des Werkes, das als Dauerleihgabe zum Bestand des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover gehört.

Nach der “Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz” vom 14. Dezember 1999 in Verbindung mit den “Grundsätzen der Washingtoner Konferenz im Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden” vom 3. Dezember 1998 (“Washingtoner Erklärung”) sollen NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter an ihre Eigentümer beziehungsweise Rechtsnachfolger, auch ohne dass ein privatrechtlicher Anspruch gegeben wäre, zurückgegeben werden. Ein solcher Sachverhalt liegt hier vor; er wurde insbesondere durch das Gutachten einer unabhängigen Provenienzforscherin bestätigt.
Die Erben von Curt Glaser – deren Legitimation und Rechtsnachfolge nachgewiesen wurde – hatten über ihre Anwälte in den USA die Rückgabe des Bildes beantragt.

[PM LH Hannover, 24.09.2007]

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