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02.03.2006

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Auschwitz-Ausstellungsprojekt

Ausstellung

Eine Ausstellung zum Gedenk- und Versöhnungshügelprojekt in Oswiecim (Auschwitz) und zum Auschwitzbegegnungsprojekt sowie zur Kunst von Josef Szajna ist aus Anlass des Besuches einer Gruppe von polnischen Auschwitzüberlebenden vom 6. bis 26. März 2006 im Bürgersaal des Rathauses zu sehen.

Programm der Veranstaltungstage

  • SO 5.03.2006, 11.45 Uhr, Polnische Mission Hannover
    »Messe«
    aus Anlass der Anwesenheit polnischer Auschwitzüberlebender
    in Hannover.
  • MO 6.03.2006, 17.30 Uhr, Bürgersaal Rathaus Hannover
    »Ausstellungseröffnung«
    Eröffnung der Ausstellung zum Gedenk- und Versöhnungshügelprojekt in Auschwitz, zum Auschwitzbegegnungsprojekt und zur Kunst von Prof. Jozef Szajna.
  • SO 5.03.2006, 17.00 Uhr, St. Augustinus Hannover-Ricklingen
    »Benefizkonzert zum Gedenk- und Versöhnungshügelprojekt von Prof. Jozef Szajna«
    Leitung: Winfried Dahn
    Weitere Infos zum Benefizkonzert auf “Hannover Kunst”
  • MO 6.03.2006, 9.00 Uhr, Gedenkstätte Ahlem Region Hannover
    »Besuch und Führung in der Gedenkstätte Ahlem«
  • DI 7.03.2006, ab 10.30 Uhr bis 13 Uhr
    »Besuch und Gespräche der polnischen Auschwitzüberlebenden in Schulen der Stadt und Region Hannover«
  • DI 7.03.2006, 19.00 Uhr, VHS-Hannover Theodor-Lessing-Saal
    »Informationen zum Versöhnungs- und Begegnungsprojekt Auschwitz«
  • Spenden an: Förderverein der BBS 6 e.V., Sparkasse
    Hannover, BLZ 25010080, Nr. 188 000
    „Gedenkhügelprojekt“
  • 10 Jahre Jugendbegegnungsprojekt Hannover – Oswiecim am 25. September 2003: Europa verbindet! Verbindet Europa?
  • Weitere Informationen zu den Veranstaltungstagen und Flyer-Download auf den Seiten von st-augustinus-hannover.de

Die Ausstellung informiert über das seit mehr als 10 Jahren bestehende Auschwitzbegegnungsprojekt, in dem die Schülerberatung im Fachbereich Jugend und Familie, die Berufsbildende Schule 6 und die Werk-Statt-Schule Hannover mit dem Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. in Wurzen und der Don-Bosco-Berufsschule der Salesianer aus Oswiecim zusammen arbeiten.

Daneben stehen das Wirken und die Arbeiten Professor Jozef Szajnas, Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und international anerkannter Künstler und Theatermacher im Mittelpunkt der Präsentation. Gezeigt werden eine Auswahl seiner künstlerischer Arbeiten und einige Skizzen über das von ihm entwickelte Projekt des Gedenk- und Versöhnungshügels in Oswiecim. Für seine Idee zur Errichtung einer internationalen Friedensgedenkstätte neben dem ehemaligen Konzentrationslager hat Professor Szajna breite internationale Unterstützung gefunden. Dem Beirat des Projekts gehört neben anderen Persönlichkeiten auch Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg an.

An der Eröffnung der Ausstellung durch Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg am Monatag, 6.März 2006, 17.30 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses werden neben dem Bürgermeister von Oswiecim, Janusz Marszalek und dem Künstler und “Ideengeber” Jozef Szajna noch weitere Auschwitz-Überlebende teilnehmen.

Zum Programm der Gäste aus Oswiecim gehören auch eine Messe in der Katholischen Polnischen Mission, ein Benefizkonzert zugunsten des Gedenk- und Versöhnungshügelprojekts in der Kirche St. Augustinus, der Besuch in der Gedenkstätte Ahlem und Gespräche der Auschwitzüberlebenden in Schulen der Stadt und der Region. Den Abschluss des Besuches bildet eine Informationsveranstaltung zum Versöhnungs- und Begegnungsprojekt am Dienstag, 7. März 2006, 19 Uhr, im Theodor-Lessing-Saal der Volkshochschule.

Jozef Szajna

Im Jahr 1922 wird er in Rzeszów in Polen geboren. Am Beginn des Zweiten Weltkriegs nach dem Überfall Nazideutschlands auf Polen, beteiligt er sich im Alter von 17 Jahren in der polnischen Widerstandsbewegung gegen die Besatzer. 1941 wird er auf der Flucht nach Ungarn gefasst und der Gestapoübergeben und vom Gefängnis Tarnów in das KZ Auschwitz überstellt.

„…Ich war in eine Welt versetzt, welche die Maxime hatte ‘Arbeit macht frei’. Das war das Konzentrationslager Auschwitz. Dort wurde alles metaphysisch: Gewalt und Gräueltaten, Heldentum und Aufopferung. Dort zählten nicht die Rassen- und Klassenunterschiede, politischen und religiösen Gesinnungen. Dort entstand ein Archiv der menschlichen Psychen, da wurde der Mensch zur Nummer, zur
nichts bedeutenden Zahl: 18729 …“

Nachdem ein Freund stirbt, unternimmt Szajna einen Fluchtversuch, er wird ergriffen und wartet im Block 11 im Stehbunker auf die Erschießung, „…in einer Zelle, ohne Ausgang, ohne Fenster, Luft und Hoffnung. Es ist eine Welt, 90 x 90 cm x Körperhöhe, hinein gelangt man – wie in einen Krematoriumsschornstein – durch eine kleine Tür…“
Das Schicksal entscheidet anders. Szajna kommt heraus, er wird in das Buchenwald-Außenlager Schönebeck bei Magdeburg überstellt, wo ihm zu Kriegsende die Flucht vom Todesmarsch aus dem Lager Schönebeck gelingt.

Józef Szajna absolviert ein Kunststudium an der Akademie der Schönen Künste in Krakau. Seine künstlerischen Arbeiten werden durch das Erleben des Völkermordes in der Hölle von Auschwitz und Buchenwald bestimmt. Sie thematisieren dieGebots „Du sollst nicht töten!“ in sein Gegenteil. Barbarei des 20. Jahrhunderts, die Verkehrung des Gebots „Du sollst nicht töten!“ in sein Gegenteil. Szajna erinnert in seiner Kunst an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen und warnt vor einer Wiederholung, er thematisiert die Erosion zivilisatorischer Werte in der Gegenwart und warnt vor einer möglichen Agonie der Welt in der Zukunft.
Szajna fragt nach dem Sinn von Kunst und der Verantwortung des Künstlers in unserer Zeit. Er verschmilzt Kunst und Theater in seiner Kunst, fordert die Sehgewohnheiten seines Publikums heraus und stört die staatliche Kunstpolitik.

Für Józef Szajna kann es ohne Sühne zu keiner Vergebung kommen. Am 50. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz richtet er einen Appell an die Menschen: „…ich lade Sie ein zur Teilnahme an einem gemeinschaftlichen Projekt, dem Bau eines „Hügels des Gedenkens und der Versöhnung“ als Symbol des Friedens in der Stadt Oœwiêcim. Ich vertraue und hoffe auf das 21. Jahrhundert. Mögen die Menschen guten Willens einen Stein oder etwas Erde mit empor nehmen und oben auf dem Gipfel des Hügels niederlegen
zum Zeichen ihrer Selbstreinigung, Katharsis.“

Den Beginn der Errichtung des Gedenk- und Versöhnungshügels von Professor Szajna initiierten ehemalige polnische Häftlinge des ersten Transports in das KZ Auschwitz. Die Überlebenden betrachten die Verwirklichung des „Gedenkhügelprojekts“ als ihr Testament. Der „Hügel“ wird errichtet als ein Symbol der Erinnerung und Ort der Meditation. Mögen sich die Menschen und Völker
der Welt verbinden in dem Bemühen, ein gemeinsames Leben in Harmonie und Frieden aufzubauen.

Die Kunst Jozef Szajnas und das „Gedenk- und Versöhnugshügelprojekt“

Mit der Ausstellung künstlerischer Arbeiten Józef Szajnas im Neuen Rathaus der Stadt Hannover soll dazu beigetragen werden, dass die Idee und das Projekt des „Gedenk- und Versöhnungshügels“ realisiert werden kann.

Auch das 1994 begründete Auschwitzbegegnungsprojekt Hannover – Oœwiêcim – Wurzen, der Versöhnung zwischen Polen und Deutschland verpflichtet, möchte dazu einen Beitrag leisten. Wir ermutigen alle Menschen guten Willens, die Schaffung eines „Hügels des Gedenkens und der Versöhnung“ in Oœwiêcim – Stadt des Friedens – zu unterstützen.

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Dora-Mittelbau hat die Ausstellung durch logistische Hilfe und kooperative Zusammenarbeit sehr unterstützt.

Initiator der Veranstaltung: Auschwitzbegegnungsprojekt Hannover – Oœwiêcim – Wurzen
Leitung: Jürgen Riechers, Schülerberatung Fachbereich Jugend und Familie
Jürgen Exner, Berufsbildende Schule 6 der Region Hannover, www.bbs6-hannover.de

[Artikel: LH Hannover, 02.03.2006]

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